Giovanni Eftimiades, der Mann mit dem italienischen Vor- und dem griechischem Nachnamen, war ein Kaufmann in Berlin. Angekommen war er in den 1920er-Jahren aus Konstantinopel. Für die Berliner war der Name nicht leicht auszusprechen, sodass sich der gewitzte Geschäftsmann fortan „Efti“ nannte. Herr Efti begann einen Handel mit Kaffeebohnen, was ihm dann in Erweiterung den Namen „Moka Efti“ brachte. Anfang 1929 bot sich ihm die Gelegenheit an der Ecke Friedrichstrasse / Leipzigerstrasse in Berlin ein Kaffeehaus (Café Zielka) zu übernehmen. Ein Londoner Finanzier gab ihm das benötigte Geld und das „Moka Efti“ war geboren.

Moka-Efti Leipziger Ecke Friedrichstrasse

Das Moka Efti in der Leipzigerstrasse Ecke Friedrichstrasse mit Blick in die Friedrichstrasse

Ab sofort wurde das Etablissement „Moka Efti“ genannt, eine Marke war geboren und die Besucher alle begeistert. Vom Eingang der Friedrichstrasse kam man in die Konditorei, die in weißem Marmor gehalten war und direkt angeschlossen eine Café bar. Überall Maurische Bögen und Wandgemälde mit orientalischen Abbildungen. Wollte man von dem Ägyptischen Salon zur Kaffeebar wandelte man durch einen Gang der wie ein Schlafwagen gestaltet war.

Das Kaffeehaus florierte und es wurden täglich mehr als 25.000 Tassen Kaffee verkauft. Zurückzuführen war der ständige Strom an Menschen auch auf die erste Rolltreppe in Berlin mit der man in die Beletage zum 1. Stock fahren konnte. Eine Attraktion für Berliner und Besucher, denn viele kamen um Rolltreppe zu fahren nach, einen Kaffee zu trinken und anschließend erneut Rolltreppe zu fahren, nach unten. Siegfried Kracauer lästerte:

Eine Rolltreppe, zu deren Funktionen es vermutlich gehört, den leichten Aufstieg in die höheren Schichten zu versinnbildlichen, befördert immer neue Scharen unmittelbar nach dem Orient, den Säulen und Haremsgitter markieren.

Auch gab es einen 2. Stock, dort befanden sich die Billardräume. Aber der pfiffige Geschäftsmann Eftimiades hatte noch eine weitere Idee. Auf dieser Etage wurde noch ein Frisiersalon und ein Schreibzimmer als Korrespondenzraum eingerichtet. Die Berliner Wochenzeitung Berliner Herold schrieb:

Die vielen Stadtvertreter und Kaufleute der City sind erlöst, eine Tasse Mokka mit Musik beim Rasieren – das ist endlich mal was Neues. Zeitersparnis, Bequemlichkeit (auch am Sonntag?). Es ist eine Lust, wie der neue Mitinhaber Peter Stüber mit Herrn Efti den Wünschen des Publikums entgegen kommt!

Die Weltwirtschaftskrise brachte auch das Berliner Kaffeehaus ins Wanken. Die Londoner Geldgeber suchten das Weite und zurück blieb der Besitzer mit seinen Schulden. Sogar eine Gläubigerversammlung wurde einberufen, obwohl täglich enorme Umsätze erzielt wurden. Einige Jahre später wurde das Moka Efti (Leipzigerstrasse Ecke Friedrichstrasse) von der „Reform Kaffeehaus Gesellschaft“ übernommen und in eine Tanzlokal gewandelt.

In dieser Zeit übernahm Herr Efti das „Café Schottenhaml“ am Potsdamer Platz. Er nannte es „Moka Efti Tiergarten“, und es wurde eines der bekanntesten Tanzpaläste der damaligen Zeit. Auf 1.550 Quadratmetern wurde getanzt und Ragtime, Tango, Swing und Charleston gehört. Die Einrichtung bestand aus viel Metall, es gab Wasserfälle und echte exotische Vögel.

Café Schottenhaml

Café Schottenhaml mit Rolandbrunnen am Kemperplatz (Aufnahme nach 1927)

Nach dem 2. Weltkrieg lag alles in Schutt und Asche, beide Etablissements waren nur noch Trümmer. Die Russen hatten alles platt gemacht. Herr Eftimiades zog nach Frankfurt/Main, versuchte sich als Verleger und starb dort völlig verarmt.

In der Fernsehserie Babylon Berlin stellt der Zuschauerraum des Kinos Delphi in Berlin-Weißensee den Innenraum des Moka Efti dar. Seine gläserne Fassade baute Uli Hanisch im Studio Babelsberg in der Kulissenlandschaft Neue Berliner Straße.

Moka Efti in der City

Die richtige postalische Anschrift war: Moka Efti in der City, Berlin W.8, Friedrichstrasse 59-60, Ecke Leipziger Straße 28

Tanzpavillon im Moka Efti City - Leipzigerstrasse Ecke Friedrichstrasse

Tanzpavillon im Moka Efti City – Leipzigerstrasse Ecke Friedrichstrasse

Moka Efti am Tiergarten

Die richtige postalische Anschrift war: Moka Efti am Tiergarten, Berlin W.9, Bellevuestraße 11

Konzertsaal im Paterre des Moka-Efti in Berlin-Tiergarten, Nähe Potsdamer Platz

Konzertsaal im Paterre des Moka-Efti in Berlin-Tiergarten, Nähe Potsdamer Platz